Im September 1835 ankerte die HMS Beagle vor der Küste von San Cristóbal. Der 26-jährige Naturforscher Charles Darwin an Bord sollte nur fünf Wochen auf den Inseln verbringen — und die Beobachtungen dieser fünf Wochen veränderten das Bild der Menschheit von sich selbst und der Welt, in der sie lebt, für immer. Die Galapagos-Inseln waren der Schlüssel zu Darwins Evolutionstheorie. Heute sind sie eines der letzten Orte auf der Erde, an denen wilde Tiere dem Menschen gegenüber keine Angst kennen.

Wo liegen die Galapagos-Inseln?

Das Archipel liegt auf beiden Seiten des Äquators im Pazifischen Ozean, etwa 960 Kilometer westlich des ecuadorianischen Festlands. Es besteht aus 13 größeren Inseln, sechs kleineren Inseln und über 100 Felsen und Eilanden — zusammen eine Fläche von rund 8.000 Quadratkilometern, umgeben von einem Meeresschutzgebiet, das fast so groß ist wie Deutschland.

Die Inseln entstanden durch vulkanische Aktivität über einem heißen Punkt tief im Erdmantel. Die westlichsten Inseln — Isabela und Fernandina — sind geologisch die jüngsten und vulkanisch noch hochaktiv. Die östlichen Inseln wie San Cristóbal und Española sind älter, niedriger und von der Erosion stärker geformt.

Darwins Erbe — Warum die Galapagos die Welt veränderten

Als Darwin 1835 die Inseln bereiste, fiel ihm auf, dass Spottdrosseln und Finken von Insel zu Insel geringfügig verschieden waren — angepasst an die jeweils verfügbaren Nahrungsquellen. Diese Beobachtung legte den Grundstein für seine 1859 veröffentlichte Evolutionstheorie. Die Darwinfinken — 15 Arten, die sich alle von einem gemeinsamen Vorfahren abgeleitet haben und sich in Schnabelform und Ernährung unterscheiden — sind heute noch das Paradebeispiel adaptiver Radiation.

Die Charles-Darwin-Forschungsstation auf Santa Cruz, gegründet 1959, führt Darwins Arbeit in zeitgenössischer Form fort: Zuchtprogramme für Riesenschildkröten, Bekämpfung eingeschleppter Arten und wissenschaftliche Forschung zum Ökosystem der Inseln.

Auf den Galapagos-Inseln schaut ein Blaufußtölpel dich an, als würdest du zu ihm kommen — nicht er zu dir fliehen. Nirgendwo sonst auf der Welt begegnet Wildtier und Mensch so auf Augenhöhe.

Die einzigartige Tierwelt

Die Isolation der Inseln über Millionen von Jahren hat eine Tierwelt hervorgebracht, die so nirgendwo sonst existiert. Rund 97 Prozent der Landreptilien, 80 Prozent der Landvögel und 30 Prozent der Pflanzen sind endemisch — kommen also ausschließlich hier vor.

Riesenschildkröten

Die namensgebenden Galapagos-Riesenschildkröten (Chelonoidis niger) können über 300 Kilogramm schwer und bis zu 150 Jahre alt werden. Einst zählten sie über 250.000 Individuen; Walfänger und Piraten dezimierten die Bestände auf unter 15.000. Heute erholen sie sich dank Schutzprogrammen langsam — auf Santa Cruz und Isabela kann man ihnen in freier Wildbahn begegnen.

Meeresleguane

Die einzigen Echsen der Welt, die im Meer schwimmen und tauchen, fressen Algen von den Unterwasserfelsen. Sie sonnen sich träge auf schwarzem Lavagestein und spucken in regelmäßigen Abständen Salzwasser aus ihren Nasenlöchern — ein unvergessliches Bild.

Galapagos-Pinguine

Die einzige Pinguinart auf der nördlichen Hemisphäre — und die zweitkleinste der Welt. Möglich wurde dies durch den kalten Humboldtstrom, der nährstoffreiches Wasser aus der Tiefsee an die Oberfläche hebt und die Wassertemperatur auch in Äquatornähe auf unter 24 Grad hält.

Blaufußtölpel

Ihr leuchtend türkisfarbenes Blau ist das Ergebnis frischer Fische und Karotinpigmente im Blut — je leuchtender der Fuß, desto begehrter der Partner. Ihr Sturzflugtauchen mit gefalteten Flügeln und 100 km/h ist eines der Naturschauspiele der Galapagos.

Flugunfähige Kormorane

Fernandina und die Westküste Isabelas sind die einzigen Orte, an denen diese Kormoranart vorkommt — sie haben die Flugfähigkeit aufgegeben, weil es auf den Inseln keine Landraubtiere gibt.

galapagos insel

Die wichtigsten Inseln

Santa Cruz — das touristische Herz

Santa Cruz ist die bevölkerungsreichste Insel mit dem Hauptort Puerto Ayora. Hier befindet sich die Charles-Darwin-Forschungsstation mit ihrer Aufzuchtstation für Riesenschildkröten, und die Highlands im Inselinneren beherbergen frei lebende Riesenschildkröten in üppiger Vegetation. Die Black Turtle Cove bietet unter Wasser Begegnungen mit Weißspitzenhaien, Schildkröten und Rochen.

Isabela — größte und vulkanischste

Isabela ist die größte Insel des Archipels, geformt von sechs zusammengewachsenen Schildvulkanen. Der Sierra Negra mit seinem 10 Kilometer breiten Krater ist einer der größten aktiven Vulkankrater der Welt. Die Tintoreras vor Puerto Villamil beherbergen eine Lagune voller Weißspitzen-Riffhaie, die sich in seichtem Wasser drängen.

San Cristóbal — Darwins erste Insel

San Cristóbal war Darwins erste Anlaufstelle und ist heute mit dem Flughafen und Hafen für Reisende der Einstiegspunkt. Die Kicker Rock (León Dormido) — ein spektakulärer aus dem Meer ragender Lavafelsen — gilt als eine der besten Schnorchel- und Tauchstellen der Galapagos.

Española — älteste und artenreichste

Die südlichste und geologisch älteste Insel ist Brutplatz der Waved Albatrosses (Phoebastria irrorata) — die gesamte Weltpopulation dieser Art nist zwischen April und Dezember hier. Der Suárez Point mit seinen Blaufußtölpeln, Rotschwanz-Tropikvögeln und Nazca-Tölpeln ist eine der dramatischsten Naturkolonien des Archipels.

Fernandina — unberührteste Insel

Fernandina ist die westlichste und jüngste Insel — unbewohnt, vulkanisch hochaktiv und ohne eingeschleppte Arten. Hier finden sich die größten Kolonien flugunfähiger Kormorane und Meeresleguane.

Die besten Strände

wandern in galapagos

Luxus-Kreuzfahrten: Die beste Art, die Inseln zu erleben

Die Galapagos verlangen ein Umdenken gegenüber herkömmlichem Tourismus: Kein Eigenanreise-Inselhopping mit dem Wassertaxi — die Inseln sind nur mit zugelassenen Guides auf fixen Besucherpfaden zugänglich. Eine Expeditionskreuzfahrt ist deshalb die überlegene Reiseform: Das Schiff ankert täglich an einer anderen Insel, Naturisten begleiten jede Landung, und man schläft mitten im Schutzgebiet.

Silversea Silver Origin (100 Passagiere, 8 Spezialisten-Guides) setzt den Standard für Luxus-Expeditionskreuzfahrten auf den Galapagos. Das Schiff ist speziell für das Archipel gebaut und verfügt über Zodiacs für Landungen, ein Unterwasser-Forschungsmodul und ein Wellness-Deck. Preise ab ca. 8.000 €/Person pro Woche (Einzelkabine).

Celebrity Flora (100 Passagiere) ist das modernste Schiff, das auf den Galapagos eingesetzt wird — ausgezeichnet für sein nachhaltiges Design. Mit 24 m langen Katamaran-Rümpfen liegt es besonders stabil. Preise ab ca. 5.500 €/Person pro Woche.

Betrachtet man die Galapagos als ein kleines Universum für sich, so wird man bemerken, dass sowohl im Raum als auch in der Zeit die Erscheinungsformen des Lebens auf verschiedenen Inseln von einander abweichen.

—— Charles Darwin, 1835

Naturschutz und verantwortungsvolles Reisen

Die Galapagos stehen unter extremem Druck. Eingeschleppte Arten — Ratten, Ziegen, Katzen, Schweine — haben Verwüstungen in der Tierwelt angerichtet; intensive Ausrottungsprogramme haben teilweise Erfolge erzielt, aber die Arbeit geht weiter. Der Nationalpark beschränkt die jährliche Besucherzahl und kontrolliert Einreise, Aufenthalt und Aktivitäten streng.

Als Reisender gelten folgende Regeln: nichts berühren oder mitnehmen, zwei Meter Abstand zu Tieren halten (auch wenn die Tiere sich nähern), keine Essensreste, nur zertifizierte Anbieter buchen. Diese Regeln sind keine bürokratischen Hürden — sie sind der Grund, warum die Galapagos noch so aussehen, wie sie aussehen.

galapagos inseln vom meer

Häufig gestellte Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für die Galapagos?

Die Galapagos sind ganzjährig bereisbar. Von Juli bis November ist das Wasser kühler (durch den Humboldtstrom), klarer und besonders reich an Tierleben — ideal für Schnorcheln und Tauchen. Von Dezember bis Mai ist es wärmer und grüner; Schildkröten legen Eier, und Jungvögel schlüpfen in vielen Kolonien.

Wie lange sollte man für die Galapagos einplanen?

Mindestens sieben Tage auf einer Kreuzfahrt, um mehrere Inseln und Habitattypen zu erleben. Kürzere Aufenthalte ab Puerto Ayora (Santa Cruz) sind möglich, erreichen aber bei weitem nicht die Bandbreite einer Inselkreuzfahrt.

Braucht man Taucherfahrung für die Galapagos?

Nein. Schnorcheln in seichtem Wasser ermöglicht bereits Begegnungen mit Haien, Schildkröten, Rochen und Pinguinen. Für fortgeschrittene Taucher bieten Orte wie Darwin Island und Wolf Island jedoch einige der weltbesten Haibegegnungen — Walkhaie, Hammerhaie und Galapagos-Haie in massiven Schulen.